Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hatte im September angekündigt bis zum März 2018 schätzungsweise 20.000 Flüge streichen zu wollen. Als Begründung wurden verfehlte Urlaubsplanungen angeführt.

Die Europaabgeordnete Gabriele Preuß, Mitglied im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments, hingegen sieht strukturelle Probleme im Geschäftsmodell Ryanair: „Hierbei geht es nicht nur um einige Flugausfälle. Der Kern des ganzen Problems sind zweifelhafte Methoden und Geschäftsmodelle, die auf Kosten von Passagieren und Mitarbeitern gehen. Ryanair fällt nicht erst jetzt durch schlechte Arbeitsbedingungen und eine prekäre Personalpolitik auf. Die Leidtragenden sind die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund der Streichungen nun auch Einkommensverluste hinnehmen müssen.

Nach Ansicht der SPD-Politikerin muss nun die EU-Kommission endlich eine rote Linie bei prekären Arbeitsbedingungen im Flugsektor ziehen. Hier geht es neben den Rechten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch um die Sicherheit im Flugverkehr.

Darüber hinaus hat Ryan Air die Passagiere nicht ausreichend über die EU-Fluggastrechte-Verordnung informiert. Diese sieht vor, dass im Falle von Flugausfällen bestimmte Ansprüche geltend gemacht werden können. „Wir müssen die Rechte von Passagieren schützen und die bisherige Verordnung gegebenenfalls angesichts der aktuellen Fälle auf den Prüfstand stellen. Derzeitig haben Passagiere nur bei Stornierungen weniger als 14 Tage vor Abflug Anspruch auf Entschädigung. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass zahlreiche Passagiere auch außerhalb dieser Frist mit Mehrkosten für die Umbuchungen rechnen müssen.“ so Gabriele Preuß abschließend.

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