Mit einem knappen Vorsprung vor Marine Le Pen konnte Emmanuel Macron die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich für sich entscheiden. Vielfach wurde die Wahl in Frankreich mit dem Schicksal der Europäischen Union verknüpft. Die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen hatte, für den Fall ihres Sieges, ein Referendum über einen möglichen FREXIT in Aussicht gestellt. Bei der Stichwahl am 7.Mai muss sich Macron nun seiner rechtextremen Herausforderin Marine Le Pen stellen.

Ich sehe den Ausgang der ersten Runde der Wahlen in Frankreich mit gemischten Gefühlen. Dass sich rund 80% der zur Wahl aufgerufenen Wählerinnen und Wähler bewusst gegen den Front National entschieden haben zeigt, dass Marine Le Pen es kaum geschafft hat, die Ängste der Menschen für ihre Zwecke zu missbrauchen. Gleichzeitig ist es ermutigend, dass die Franzosen sich, trotz der vielen Krisen und Herausforderungen im Land, für einen Kandidaten entschieden haben, der sich bewusst für ein starkes und geeintes Europa einsetzt.

Bei der Stichwahl in zwei Wochen wird es mehr denn je darauf ankommen, dass die demokratischen Kräfte den Schulterschluss mit Macron suchen. Ein Sieg Marine Le Pens hätte gravierende Folgen für die EU: Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Ein Ausscheiden der Franzosen aus der EU würde mit gravierenden wirtschaftlichen und politischen Einschnitten für Europa einhergehen. Dies gilt es nun zu verhindern.

Trotz des gestrigen Ergebnisses blicke ich optimistisch auf die Stichwahl: Die französischen Wähler haben ein tiefes Verständnis für Demokratie und Solidarität. Daher bin ich für den 7.Mai sehr optimistisch.

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